Große Studie zur Zukunft der Musik vorgestellt 2


Wie wird Musik entdeckt, gekauft und genutzt? Wer macht selbst Musik und welches Instrument ist das beliebteste? Im Rahmen des Reeperbahn Festivals wurde im Hamburger Rathaus die größte Studie zur Veränderung des Musikkonsums in Deutschland vorgestellt.

Es ist zu einer Tradition geworden: Kurz vor Beginn des Reeperbahn Festivals treffen sich rund 60 Spitzenvertreterinnen und -vertreter der deutschen Musikwirtschaft im Hamburger Rathaus, um gemeinsam mit dem Ersten Bürgermeister, Dr. Peter Tschentscher, und dem Senator für Kultur und Medien, Dr. Carsten Brosda, über die Belange der Branche und die Entwicklung der Musikwirtschaft zu diskutieren. In diesem Jahr standen die ersten Ergebnisse einer Studie zur Zukunft der Musiknutzung im Mittelpunkt.

Der Studie zufolge hat Musik für die Befragten weiterhin eine große Bedeutung. Zugleich unterliegt die Form der Musiknutzung einem kontinuierlichen Wandel. So nutzt bereits jeder Zweite Musikstreamingdienste, das Radio bleibt zugleich das wichtigste Medium zum Musikhören. Die Befragten zeigten auch eine hohe Zahlungsbereitschaft für Streaming und Livekonzerte. Auch die aktive Suche nach Künstlerinnen und Künstlern im Internet spielt eine große Rolle. Zudem ist der physische Besitz von Musik für fast die Hälfte der Befragten nicht mehr von großer Bedeutung.

27 % machen selbst Musik

27% der Befragten geben an, regelmäßig selbst Musik zu machen. 7% der Befragten und damit jeder Vierte derer, die regelmäßig Musik machen, spielt in einer Band/einem Orchester oder singt in einem Chor. Die am meisten gespielten Instrumente sind Klavier/Keyboard und Gitarre (jeweils 11% der Befragten). Von denjenigen Befragten, die ein Musikinstrument nutzen, spielen 88% länger als 5 Jahre diese Musikinstrumente.

14 % der Befragten planen, zukünftig ein Instrument zu kaufen. 58% davon möchten dies im stationären Handel tun.

 

Die Zahlungsbereitschaft für Live-Events ist übrigens besonders hoch: Im Mittel würden die Befragten knapp 46 Euro für einen Konzertbesuch bei einem für sie interessanten Künstler ausgeben. Zwei Drittel der Befragten besuchen mindestens ein Konzert pro Jahr und ein Drittel der Befragten besucht mindestens ein Club-Konzert pro Jahr.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse sowie weitere Informationen zur Studie können Sie hier einsehen.

 

Zur Studie

Die Studie der Universität Hamburg, unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Michel Clement, Lehrstuhl für Marketing & Media, ist auf drei Jahre angelegt und sieht insgesamt sechs Befragungswellen vor. Auftraggeber sind in Kooperation die zentralen Verbände der Musikwirtschaft, Unterstützer und Förderer sind die Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg sowie die Initiative Musik gGmbH.

Bei der Studie handelt es sich um eine repräsentative Panelbefragung in sechs Wellen. Die erste Welle der Befragung fand im August 2018 statt – die weiteren Wellen werden alle sechs Monate erhoben. In der ersten Welle wurden 5.140 in Deutschland lebende Menschen im Alter von 16 bis 70 Jahren zu ihrem Musiknutzungs-, Such- und Kaufverhalten befragt. Als Erhebungsinstrument dient ein Online-Fragebogen, der über das Panel von Respondi distribuiert wurde.

Der Fragenkatalog umfasst Fragen zu den Bereichen: Nutzung von Musik-Streaming, Musikhörverhalten, aktivem und passivem Musikkonsum, Musiksuchverhalten (wie und wo wird neue Musik entdeckt), Musikkaufverhalten, Zahlungsbereitschaften, Nutzung von und Einstellung zu Live Musik Events (Konzerte, Festivals, Club-Konzerte), Einflussfaktoren wie Künstlern, Texten, Tonqualität, Einstellung zu Musikvideos, Nutzung von Playlists, Wert und Genießen von Musik, Musikgeschmack, musikalische Bildung, technische Ausstattung, sowie Soziodemografika.

 

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