Wie Kunden nicht aus dem eigenen Shop gelockt werden


Quelle: INTERNET WORLD

 

Wie verhindern, dass die Konkurrenz Kunden “entführt”, wenn sie im eigenen Shop surfen? Eine Lösung dafür will jetzt Akamai mit dem “Audience Hijacking Protector” für den Online-Handel entwickelt haben.

Online-Händler geben viel Marketinggeld aus, damit Internetnutzer den Weg in ihren Shop finden. Umso ärgerlicher ist es, wenn Kunden, die bereits im Shop sind und sich dort nach einem Produkt umschauen, weggelockt und in einen anderen Shop gelenkt werden. Der Sicherheits-Dienstleister Akamai hat eine Lösung entwickelt, die Online-Retailer davor schützen soll. “Audience Hijacking Protector” heißt das im April 2022 vorgestellte Produkt.

Laut Akamai kämpfen Retailer mit dem Problem, dass Kunden durch unerwünschte Werbeeinblendungen und Pop-up-Fenster aus Online-Shops weggelockt werden. Das passiert vor allem dann, wenn die Nutzer Erweiterungen und Plug-ins in ihrem Browser geladen haben. So gibt es beispielsweise Browser-Erweiterungen, die nach Gutscheincodes oder Preisvergleichen suchen, wenn ein Kunde online einkauft. Die Pop-ups, die von solchen Browser-Erweiterungen generiert werden, können zu Umsatzeinbußen führen, weil sie die Kunden auf Webseiten der Konkurrenz führen. Dort schließen sie dann möglicherweise den Kauf ab.

Kaufalternativen lenken Kunden ab

Kunden bringen ihre eigene Mischung von Erweiterungen für ihren Browser mit, erklärt Patrick Sullivan, Chief Technology Officer of Security Strategy bei Akamai Technologies. Manche dieser Erweiterungen zeigen Kaufalternativen an. “Einige dieser Alternativen sind echt, andere sind gefälscht und wieder andere lenken nur ab. Einige dieser Pop-ups sind vom Kunden oder dem Website-Betreiber genehmigt, andere nicht”, so Sullivan.

Studien hätten gezeigt, dass zwischen zehn und 20 Prozent der Online-Kunden durch Audience Hijacking von einer Webseite weggelockt werden können, berichtet Sullivan. Das koste Einzelhändler jährlich mehr als 100 Millionen US-Dollar an entgangenen Einnahmen, beziffert er das Problem. Als weitere Gefahr nennt er, dass Affiliate-Markteting-Budgets bei Betrügern landen.

Audience Hijacking sei nicht auf den US-Markt beschränkt, erklärt Sullivan. Akamai beobachtet, dass im Schnitt zwölf Prozent aller Shopping-Sessions in der EMEA-Region (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) davon betroffen seien, führt er aus. Mit acht Prozent der betroffenen Sitzungen sei der Prozentsatz für deutsche Unternehmen etwas niedriger, so Sullivan. Da es sich bei den deutschen Unternehmen jedoch um umsatzstarke Online-Vertriebsunternehmen handele, sei selbst bei einem geringeren Prozentsatz der betroffenen Sitzungen der absolute Betrag der entgangenen Einnahmen immer noch sehr hoch. Konkrete Beispiele für Audience Hijacking nennt Sullivan nicht.

Kontrollieren, was im Browser-Fenster passiert

Der “Audience Hijacking Protector” von Akamai soll Online-Shops davor schützen, dass Kunden unerwünscht auf konkurrierende oder bösartige Websites umgeleitet werden. Zudem soll die Lösung Affiliate-Betrug reduzieren. “Der Schlüssel, um die Bedrohung durch Audience Hijacking zu stoppen, liegt darin, Einblicke in das Verhalten innerhalb des Browsers zu gewinnen. Mit diesen tiefen Einblicken haben Marken die Möglichkeit, die Kontrolle über das Kundenerlebnis zurückzugewinnen und letztendlich die Konversionsraten zu erhöhen”, sagt Sullivan. Die Pop-ups oder Anzeigen werden zwar im Browser des Nutzers eingeblendet, dennoch kann der Webseiten-Betreiber mit entsprechenden Sichtbarkeits- und Verwaltungstools kontrollieren, was im Browserfenster passiert, wenn ein Nutzer auf seiner Webseite ist.

Der Preis des Audience Hijacking Protector ist nutzungsabhängig. Die Lösung wird ab dem 1. Juni 2022 weltweit verfügbar sein.

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