6 Fragen an: Wolfgang Weyand, Direktor des Musikmesse Festivals


Das am 2. April startende Musikmesse Festival setzt neue Standards: Es ist größer, vielfältiger, mit noch mehr Top-Acts besetzt und wartet mit außergewöhnlichen Acts und Locations auf. Wir sprachen mit Musikmesse Festival-Direktor Wolfgang Weyand über Grundidee und Bedeutung des Events – und wie die thematische Verknüpfung zur Musikmesse gelingen soll. 

Herr Weyand, was ist die Philosophie des diesjährigen Musikmesse-Festivals? Verraten Sie uns Ihren Masterplan?

Unser Masterplan fußt auf drei Säulen: Vielfalt, Vergrößerung und verstärkte Miteinbeziehung des Messegeländes. Aber der Reihe nach: Wir sind mit dem Programm stilistisch nicht auf eine bestimmte Richtung festgelegt, sondern präsentieren mit insgesamt rund 100 Konzerten die komplette musikalische Bandbreite. Die Vergrößerung zeigt sich auch darin, dass das Festival immer mehr in die Stadt ausstrahlt. Wir haben in diesem Jahr über 50 Locations, im letzten Jahr waren es noch etwa 30.

Da zeigt sich, dass wir auf einem guten Weg sind und die Stadt immer mehr mitzieht. Drittens: Das Musikmessegelände wird in diesem Jahr noch mehr mit Konzerten bespielt. Zum Beispiel haben wir erstmals mehrere „Circle“-Stages in den Messehallen, wo auch nach Messeschluss noch Konzerte stattfinden. Dann haben wir die Festivalarena auf der Agora – ein großes, rund 1.500 Besucher fassendes Zirkuszelt. Und: In diesem Jahr bespielen wir zum ersten Mal drei Tage lang unser Spielstätten-Prunkstück, die Frankfurter Festhalle.

Warum wird der Unterhaltungsaspekt, also Musik-Performances, für die Musikmesse immer wichtiger?

Aus einem simplen Grund: Weil man mit nichts Besucher besser emotional abholen kann, als mit Musik. Selbst bei der Automobilmesse oder bei anderen technisch-orientierten Messen integrieren die Veranstalter immer häufiger ein Entertainment- und Musikprogramm. Und bei der Musikmesse liegt Musik auf der Hand – sie liegt im Blut, ist Teil der DNA der Veranstaltung.

Auch um jungen Musikbegeisterten – und nicht nur denen – zeigen zu können, was Musik bewirkten kann, wie sie selbst auf die Bühne kommen und vielleicht sogar berühmt werden können. Aus diesen Gründen ist es zwingend für die Musikmesse, ein Musikprogramm zu machen. Und das nicht nur halbherzig mit Miniauftritten, sondern mit echten Konzerterlebnissen. Ich denke, dass uns das in diesem Jahr gelingt.

Wie schlagen Sie mit dem Musikmesse Festival die thematische Brücke zum Kernanliegen der Musikmesse?

Das machen einige Firmen vor: Sie nutzen das Live-Programm der Musikmesse für ihre eigenen Präsentationen – etwa durch Konzerte nach dem Schlussgong eines Messetages. Ein gutes Beispiel hierfür liefert der Gitarrenhersteller Reinhardt, mit dem wir schon seit einigen Jahren kooperieren: Endorser des Unternehmens geben – neben Showcases auf der Messe – auch Konzerte in der Stadt. Das ist der perfekte Link zwischen Musikmesse und Musikmesse Festival.

Bei der Gelegenheit möchte ich noch auf eine neue Kooperation mit der „Frankfurt Hotel Alliance e.V.“ hinweisen. Bei der Zusammenarbeit mit dem Interessensverbund der Spitzenhotellerie in Frankfurt werden in 17 attraktiven Innenstadt-Hotels abends begleitende Konzerte stattfinden. Alles Shows, die Teil des Musikmesse-Festivals sind – und zum Teil auch Shows von Ausstellern. So schließt sich der Kreis von Musikmesse und Musikmesse Festival.

Am 2. April findet ab 19 Uhr die Veranstaltung „Ultimate Jam“ statt. Welche Idee verbirgt sich hinter dem Namen?

Diese Show sollte sich kein Musikfreund entgehen lassen! Denn hier bringen wir tolle Künstler aus musikalisch unterschiedlichen Ecken zusammen – um mit einer echten All-Star-Band zu jammen. Unsere Star-Gäste sind: Ex-Prince-Bassistin Ida Nielsen, der ehemalige The Who- und Bob Marley-Keyboarder John „Rabbit“ Bundrick, der Thin Lizzy- und Whitesnake-Bassist Marco Mendozza, sowie die vermutlich beste deutsche Schlagzeugerin, Anika Nilles. Diese hochkarätige Truppe spielt gemeinsam mit einer Top-Band um Jan Delay-Drummer und Musical Director Jost Nickel einige ihrer besten Songs.

Wir sind selbst gespannt, was uns da erwartet. Aber ich bin mir sicher, dass es großartige Musik von großartigen Musikern geben wird – und dazu ein spannendes Aufeinandertreffen von musikalischen Welten. Deshalb werden wir dieses Format auch in den Folgejahren weiterführen. Wir setzen „Ultimate Jam“ übrigens ganz bewusst an den ersten Messetag. Denn mit diesem einmaligen Musikerlebnis wollen wir unsere Besucher begeistern und sie auf tolle Messetage einstimmen.

Von Marktteilnehmern wurde immer wieder der Wunsch geäußert, Musik-Stars auf die Messe zu bringen. Sind Sie der Meinung, dass dieser Wunsch erfüllt wurde?

Ich denke, wir sind auf einem guten Weg. Wir haben klasse Namen in den Circles, da geben Top-Leute wie Jost Nickel, Hanno Busch, Claus Fischer, Peter Weniger und andere Clinic-Shows. Und wir haben ein Konzert-Programm, das sich wirklich sehen lassen kann. Ich nenne nur mal ein paar Namen: Samy Deluxe, Tony Carey, Mousse T., Glasperlenspiel und – als krönender Abschluss – Gregory Porter. Diese Top-Acts wären übrigens ohne Musikmesse nicht gekommen. Das habe ich bei den Gesprächen mit den Managements immer wieder gehört, dass sich diese Stars freuen, im Rahmen der Musikmesse aufzutreten. Der eine oder andere wird sich sicher auch unter die Besucher mischen und über die Messe laufen. Das haben schon einige Künstler angekündigt.

Neu sind in diesem Jahr auch die Circles-Bühnen in den Hallen 3.0, 3.1 und 4.0. Was ist die Idee dahinter?

Die Idee der Circles ist, kleine Multifunktionsarenen mit Clubatmosphäre in den Messehallen zu integrieren. Wir fangen in diesem Jahr an zentralen Stellen der Hallen 3.0, 3.1 und 4.0 an. In den Circles finden unterschiedliche Formate statt: Angefangen von Keynotes und Vorträgen über Panels und Interviews mit Künstlern bis hin zu Clinics und Konzerten nach Messeschluss. Akustisch und optisch sind die mit hervorragender Licht-, Ton- und Video-Technik ausgestatteten Bühnen vom übrigen Messegeschehen abgekoppelt. Ein weiterer Punkt ist, dass wir mit diesem neuen Format weitere Treffpunkte schaffen wollen, wo man sich – eine kleine Gastronomie ist angegliedert – gemütlich auf einen Kaffee treffen kann.

Gunther Matejka

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