Deutscher Musikrat und Berliner Landesmusikräte beklagen große Defizite an Berliner-Musikschulen


Der Landesmusikrat Berlin beklagt gravierende Fehlentwicklungen und Defizite an den Musikschulen des Landes Berlin.

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Musikschullehrkräfte sind in Berlin in weniger als 7 Prozent aller Fälle fest angestellt – bundesweit liegt diese Quote mehr als 10 Mal höher. Dabei muss berücksichtigt werden, dass es Städte in Deutschland gibt, in denen grundsätzlich alle Musikschullehrkräfte fest angestellt sind.

„Musikalische Bildung braucht Kontinuität und Qualität. Das geht nur mit einem angemessenen Anteil an festangestellten Musikschullehrern“, erklärt Dr. Ulrike Liedtke, Vorsitzende der Konferenz der Landesmusikräte und Vizepräsidentin des Deutschen Musikrates.

Seit Ende Juli macht bereits der Berliner Landesmusikrat mit einer Postkartenaktion auf die prekäre Situation der Lehrkräfte aufmerksam. Für “die international renommierte Musikstadt Berlin” sei die geringe Festanstellungsquote “ein Armutszeugnis”, so Hubert Kolland, der Vorsitzende des Landesmusikrats Berlin. “Nur festangestellte Lehrkräfte können sich ganz auf den Unterricht konzentrieren.” Der geringe Anteil an gesicherten Arbeitsplätzen habe zu einer Abwanderung von qualifiziertem Personal in andere Bundesländer geführt. Der Landesmusikrat weise seit Jahren auf diesen Missstand hin, sei jedoch bislang beim Senat auf taube Ohren gestoßen.

Die Resonanz auf die Postkartenaktion sei bislang jedoch positiv, erklärte Kolland. Mehr als 100 Politiker von SPD, CDU, Grünen und Linkspartei hätten bereits die Aktion unterstützt. “Nach der Wahl müssen aber unsere Forderungen Eingang in die Koalitionsvereinbarung finden und vor allem zügig umgesetzt werden. Den Worten müssen endlich Taten folgen”, forderte Kolland.

 

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