GDM-Präsident Arthur Knopp: Ohne die Musikmesse wäre die MI-Branche um vieles ärmer


 

Als langjähriger Präsident des Gesamtverband Deutscher Musikfachgeschäfte (GDM) kennt und versteht Arthur Knopp die Spielregeln der Branche wie kaum ein zweiter. Knopp, selbst Fachhändler und passionierter Musiker, erkennt und analysiert die Trends in der Industrie – und er zieht daraus seine Schlüsse für den GDM.

GDM-Präsident Arthur Knopp

Knopp sieht den MI-Markt beispielsweise als eine permanent im Wandel befindliche Branche – aber er weiß auch um Konstanten des Geschäfts. Eine davon, darüber lässt der Fachmann keine Zweifel, heißt Frankfurter Musikmesse. Ein Interview von Gunther Matejka.

 

  1. Auch in diesem Jahr wird die Musikmesse heiß diskutiert. Wie stehen Sie dem Branchentreff gegenüber?

Arthur Knopp: Die Messe Frankfurt hat sehr viel getan und investiert, um der Musikmesse wieder den Stellenwert zu verschaffen, die sie verdient hat. Es ist gelungen, namhafte Aussteller beziehungsweise Fabrikate wieder zur Teilnahme zu bewegen und damit die Messe nochmals attraktiver zu machen. Es ist die einzige Musikmesse in Europa in diesem Umfang. Auch wenn sie international nicht mehr die wichtigste Musikmesse ist, zumindest für Europa ist sie das größte Ereignis in der Art.

 

  1. Warum ist es für den Fachhändler wichtig, zur Musikmesse zu gehen?

Arthur Knopp: Ein Besuch der Musikmesse ist nach wie vor die beste Möglichkeit, sich einen Überblick über das breite Angebot an Instrumenten, Equipment und allem Zubehör zu verschaffen. Das ist für jeden Fachhändler wichtig – einmal um selbst zu wissen, was und wo die Musik spielt, und zum anderen, um mit dem Wissen seiner Kunden mithalten zu können. Denn manchmal wissen die Kunden mehr als die „Fach“-Händler.

 

  1. Geht es bei der Musikmesse nur um das pure Geschäft – oder sind Netzwerken, persönlicher Austausch und das Mitnehmen von Inspirationen mittlerweile ähnlich wichtig?

Arthur Knopp: Es geht heute sicher nicht mehr um das pure Geschäft. Genauso wichtig sind die Netzwerke, die man auf der Musikmesse spannen kann. Gespräche mit den Herstellern und deren Mitarbeitern, mit den Entwicklern und den Repräsentanten. Nicht zuletzt die Gespräche mit den Händlerkollegen, um auch da persönliche Netzwerke zu flechten. Für die privaten Netzwerke helfen natürlich vor allem die Rahmenveranstaltungen, die es ermöglichen, mit allen Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch zu kommen. Die vielfältigen Informations- und Vortragsveranstaltungen – auch von GDM und SOMM – sind dafür ebenso wichtig und willkommen.

 

  1. Einer der Hauptvorwürfe von Nicht-Messegehern ist: Sie komme Besuchern zu teuer. Wie denken Sie darüber?

Arthur Knopp: Ausreden wird man immer finden. Für andere, unwichtigere Veranstaltungen haben die Händler auch Geld. Natürlich ist Frankfurt-City teurer als die Umgebung. Ich muss ja nicht im Zentrum von Frankfurt in einem Nobelhotel wohnen. In 30 Minuten bin ich mit dem Auto oder der S-Bahn vor den Toren der Stadt. Wichtiger scheint mir der Hinweis von Kollegen, dass viele Lieferanten schon vorher über alle Neuheiten informieren und auch ihre „Messeangebote“ schon vorher verbreiten, um ja nur den anderen voraus zu sein. Das ist für viele Händler ein Hauptgrund, nicht auf die Messe zu gehen.

 

  1. Mit welchem Gefühl, mit welchen Zielen gehen Sie am 5.4 zur Musikmesse?

Arthur Knopp: Ich freue mich auf die Musikmesse 2017, bin froh, dass viele – alle wichtigen – Aussteller dabei sind. Ich freue mich auf zahlreiche interessante Gespräche auf und auch am Rande der Messe. Das Angebot an Veranstaltungen rund um die Messe ist so vielfältig, dass die Auswahl schwer fällt, um zumindest bei den Hauptattraktionen dabei zu sein. Ich freue mich auf viele Kolleginnen und Kollegen, die ich nur auf der Musikmesse treffen kann. Die Musikmesse 2017 wird wieder zum Erlebnis.

 

  1. Der Frankfurter Musikmesse wird von manchen Pessimisten keine Zukunft eingeräumt. Was würde das – sollte dieser Fall tatsächlich eintreten – für den MI-Standort Deutschland bedeuten?

Arthur Knopp: Die Internationale Musikmesse Frankfurt bleibt für mich das wichtigste jährliche Ereignis der Branche. Anstatt pessimistisch zu sein, sollten wir alle gemeinsam daran arbeiten, dass Frankfurt für Europa und weit darüber hinaus auch weiterhin der Mittelpunkt des Geschehens der gesamten Musikindustrie bleibt. Darauf baue ich, daran glaube ich und dafür kämpfe ich. Würde es die Musikmesse in Frankfurt nicht mehr geben, wäre unsere gesamte Branche um vieles ärmer. Wir wären auf die Informationen angewiesen, die uns die Repräsentanten der Hersteller zukommen lassen oder müssten den Weg zu den Messen in Anaheim/Kalifornien oder zur Music China Shanghai auf uns nehmen. Die „Großen Deutschen“ unserer Branche sind sowieso dort – aber die Kleinen hätten für immer das Nachsehen. Dass unsere kleinen und mittleren Händler das anstreben, kann ich nicht glauben. DESHALB AUF NACH FRANKFURT!

 

Interview: Gunther Matejka

Fahren Sie zur Musikmesse 2017?

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