Holzpreisindex auf Rekordniveau: Paletten werden knapp


In Deutschland herrscht Paletten-Knappheit. So titelt heute der Logistik-Watchblock und beruft sich dabei auf ein Interview mit Jan Kurth, dem Geschäftsführer des Bundesverbands Holzpackmittel, Paletten und Exportverpackungen (HPE), in der Welt am Sonntag.

Paletten

„Es können längst nicht alle Anfragen bedient werden“, erklärt Kurth in der Tageszeitung. Grund für die Knappheit ist die hohe Nachfrage nach Gütern „made in Germany“. Sobald etwas in Deutschland für den Import oder Export produziert wird, sind Paletten oder andere Transportverpackungen notwendig.

Der Palettenengpass und der gestiegene Preis sind damit das Resultat der starken deutschen Wiortschaft. „Unsere Branche ist der Drehzahlmesser für die Produktionsaktivitäten hierzulande“, erklärt der Verbandsvertreter gegenüber der Welt.

Holzpreisindex steigt auf Rekordniveau

Die deutsche Holzpackmittelindustrie sah sich bereits Ende des Jahres 2017 mit deutlichen Kostensteigerungen beim Holzeinkauf konfrontiert. Der HPE-Holzpreisindex stieg auf einen neuen Rekordwert. Personal, Stahl und Transportdienstleistungen wurden ebenfalls teurer, wie eine aktuelle Branchenauswertung belegt.

Der Branchenindex des HPE-Verbandes meldete für das vierte Quartal 2017 einen Anstieg der Massivholzpreise beispielsweise für Paletten von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Binnen Jahresfrist sind die von den Mitgliedsunternehmen gemeldeten Werte sogar um knapp 10 Prozent (9,7 Prozent) geklettert.

Sperrholz und OSB für den Verpackungsmarkt haben sich um 10,4 bzw. 12,7 Prozent verteuert. „Das Ausmaß der Preissteigerungen beim Rohstoff Holz ist derzeit so hoch wie seit Jahren nicht mehr“, so Jan Kurth. „Die dank guter Branchenkonjunktur hohe Schnittholznachfrage trifft derzeit auf ein deutlich eingeschränktes inländisches Angebot, was mitunter zu echten Belieferungsengpässen führt. Ausländische Märkte wie beispielsweise China oder Amerika saugen uns den Rohstoff regelrecht weg und sorgen teilweise sogar für Produktionsausfälle“, erläutert Kurth.

 

Holzpreisindex steigt auf Rekordniveau

Diese Preissteigerungen beim Schnittholz seien gegenwärtig gepaart mit weiteren Belastungen für die Unternehmen. Wie die Auswertung einer aktuellen Verbandsumfrage zeigt, sorgen sowohl die Personalkosten als auch die Aufwendungen für Stahl- und Nägelprodukte sowie für Transportdienstleistungen für weitere Belastungen.

Während Löhne und Gehälter im Verlauf des Jahres 2017 bereits um rund 4 Prozent zulegten, haben sich die Beschaffungspreise für Stahl- und Nägelprodukte um gut 7 Prozent und für Transportdienstleistungen sogar um rund 7,5 Prozent erhöht. Unter dem Strich ist es damit in nahezu sämtlichen kostenrelevanten Bereichen der Herstellung von Paletten und Holzpackmitteln zu deutlichen Steigerungen gekommen. „Eine Entspannung der Situation ist angesichts der weiterhin gut laufenden deutschen Binnen- und Exportkonjunktur sowie des engen Beschaffungsmarktes für Roh- und Schnittholz derzeit nicht absehbar“, so Kurth abschließend.

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