Keine neuen Erkenntnisse: Deutsche Musikrat kritisiert „Spartenbericht Musik“


Anfang der Woche hat das Statistische Bundesamt nach einer dreijährigen Projektphase den „Spartenbericht Musik“ vorgelegt. Der Deutsche Musikrat kritisiert nun die Umsetzung und verweist auf erhebliche Mängel und Leerstellen.

Instrument Musik

Der „Spartenbericht Musik“ ist Teil einer von der Kultusministerkonferenz (KMK) gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) in Auftrag gegebenen bundeseinheitlichen Kulturstatistik. Ziel war es, den im Schlussbericht der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ festgestellten Mangel an validen und vergleichbaren Daten im Kulturbereich zu beheben. Leider liefert der Bericht laut Musikrat jedoch keine nennenswerten neuen Erkenntnisse.

Hierzu Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates:

„Der Deutsche Musikrat begrüßt es, dass die BKM und die KMK der Forderung der Enquete-Kommission ‚Kultur in Deutschland‘ nach validen und vergleichbaren Daten im Kulturbereich nachgekommen ist.

Leider weist die Umsetzung des Statistischen Bundesamtes jedoch qualitativ und konzeptionell erhebliche Mängel und Leerstellen auf. Damit ist nicht einmal annähernd eine sinnvolle verwertbare Auswertung möglich, die auf längst bekannte Schwachstellen, wie zum Beispiel den Fachlehrermangel und Ausfall von Musikunterricht an allgemeinbildenden Schulen, hinweist.

Der Generalsekretär ist der Ansicht, dass das Deutsche Musikinformationszentrum einen größeren Aussagewert hat:

„Mit seiner für die Gesamtbetrachtung des Musiklebens unerlässlichen Dokumentation von Strukturen und Entwicklungen bietet das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ), eine Einrichtung des Deutschen Musikrates, einen weit über den Spartenbericht Musik hinausgehenden Aussagewert. Eine konzeptionelle Zusammenarbeit des Statistischen Bundesamtes mit dem MIZ unter der Voraussetzung entsprechender Rahmenbedingungen wäre der richtige Weg gewesen, um die angestrebten Erkenntnisse zu erhalten.“

Gegenüber musikmedia.de äußerte sich die Pressestelle des Statistischen Bundesamtes wie folgt:

Wir haben die Kritik zum Spartenbericht Musik wahrgenommen und werden die genannten Punkte mit dem Deutschen Musikrat besprechen, um die bisherige konstruktive Zusammenarbeit insbesondere mit dem Deutschen Musikinformationszentrum (MIZ) fortzuführen.

 

Das Deutsche Musikinformationszentrum erhebt regelmäßig Daten und Fakten zu unterschiedlichen Themenbereichen des Musiklebens. Die 99-seitige Publikation „Spartenbericht Musik“ können Sie hier herunterladen.

 

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