Musiker, Tonspezialist, Komponist und Hörspielmacher Martin Hömberg verstorben 1


Ein Nachruf von Hans-Ulrich Werner

Keyboarder Martin Hoemberg

Martin Hömberg ist nach schwerer Krankheit verstorben. Der interdisziplinäre Musiker, Sound Designer, Produzent und innovative Autor hat ein weites Spektrum klanglicher Aktivität durchlebt und auch weiter vermittelt. Das beginnt mit technischen Beiträgen für das bekannte Riebes Fachblatt, zur elektronischen Musik in Keyboard wie die mehrteilige Sendereihe im WDR zur Musikelektronik.

Forschende Qualitäten zeigen sich in Handbüchern, wie in dem Text über das komplexe Effekt- und Hallsystem PCM 80 von Lexicon. Geräte wurden durch seine Erfahrung zu Instrumenten und entfalten ihre Fähigkeiten als und in der Komposition, nicht nur als Medientechnik für Algorithmen oder Sound Effects. Besonders im langjährigen Lehrauftrag der Jazz-Abteilung der Musikhochschule Köln ergänzte sich solches Knowhow zum Dialog von beiden Seiten. In der Kooperation mit dem WDR, etwa mit dem Studio für KlangDesign und in anderen experimentellen Redaktionen entstanden Musikhörspiele und das Groove-Projekt mit Peter Giger, im Studio wie live in der Kölner Feuerwache.

Mit dem vielseitigen Soundfield Orchestra sind daraus neue konzertante Formen entstanden, oft wieder mit Musikern wie MiKü (Michael Küttner), die Martin Hömberg in Jahrzehnten seines Netzwerks einladen und integrieren konnte. Im Zentrum dieses mittleren und späten Lebens und Schaffens steht aber die „Music for those who know“, die Opera to Relax, im klanglich, stilistisch breitbandigen Duo mit Veronika Langguth. Nicht nur in den weiträumigen Kölner Kirchen, auch auf dem Campus der Medienakademie von ARD/ZDF oder bei Seminaren der Akademie Herrenalb fand die sensible Musik zu einem bewussten Publikum.

Last not least war Martin Hömberg immer bereit für das Überschreiten künstlicher Grenzen zwischen Musikkultur, Medien und Klangerfahrung. Zuletzt traf ich ihn 2016 bei seinem Besuch an der Hochschule Offenburg, wo eine neue Transmediale Ästhetik wachsen sollte. Sie verkörperte die tiefen Ideen und Passion des Klang-Regisseurs. Er zeigte drei Videokunstarbeiten, die als Katalysator für künftige Projekte gedacht waren: „Aber erst nach der stärkenden Kur und alternativen Behandlung“, so sein Hinweis. Jetzt bleiben uns KlangDialoge, unvergessen, unüberhörbar.


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