Musikmesse: Reinhold Meinl wünscht sich mehr A-Brands und weniger nörgelnde Kollegen


 

Rienhold Meinl

Das neue Messe-Konzept mit der Brandworld hatte das Meinl-Team überzeugt – das Unternehmen war in diesem Jahr mit seinen vier starken Marken Meinl, Ortega, Ibanez und TAMA wieder auf der Musikmesse. Im „Messe-Talk“ verriet uns Firmenchef Reinhold Meinl, ob die Entscheidung richtig war – und was er als gut und als weniger gut beim diesjährigen Branchentreff in Frankfurt empfand.

  

  1. Wie lautet Ihr Fazit über die diesjährige Musikmesse? Mit welchem Gefühl sind Sie nach der Messe nach Hause gefahren?

Reinhold Meinl: Zunächst einmal würde ich eines sagen: dass die Messe noch eine Chance hat. Aus verschiedenen Gründen, wie beispielsweise das Brandworld-Konzept, das sehr positiv aufgenommen wurde. Gut gefallen haben mir auch die Food Trucks im Außenbereich.

Insgesamt war also die Atmosphäre nicht schlecht. Die Leute müssen sich wohl noch daran gewöhnen, dass die Messe insgesamt nicht mehr so gigantisch groß wie früher ist – was ja auch in die heutige Zeit gar nicht mehr so passt, da sich die Industrie schon sehr verändert hat. Was mir während der Messe auffiel, ist, dass einige Leute herum gelaufen sind, die negativ über die Messe gesprochen haben. Das waren zum Teil Leute, die gar nicht ausgestellt haben, also ehemalige Aussteller. Einer war die ganze Zeit zwar auf der Messe, stand an einem Einzelhändlerstand und sprach die ganze Zeit negativ über die Messe. Da wird schon Stimmung gemacht. Aber was mich betrifft, denke ich, dass die Messe eine Chance hat und eine verdient.

 

  1. Nachdem Sie im letzten Jahr nur mit wenigen Marken an der Musikmesse teilgenommen haben, waren Sie in diesem Jahr wieder stark vertreten – mit Ihren Marken Meinl, Ibanez, TAMA und Ortega. Wie beurteilen Sie die Entscheidung im Nachhinein?

Reinhold Meinl: Da kann ich mich kurz fassen: Die Entscheidung war richtig. Allerdings wäre es wünschenswert, wenn noch mehr A-Brands wieder mit dabei wären. Das würde der Messe schon sehr gut tun. Nicht unbedingt alle, aber ein paar weitere wären gut. Wir haben mitbekommen, dass einige Brands wirklich bis zum letzen Moment gezögert haben. Wir haben uns dazu entschlossen, dass es richtig ist, auf der Frankfurter Musikmesse zu sein, das Geld auszugeben und die Mühe zu investieren. Es war für uns die richtige Entscheidung.

 

  1. Welche Erneuerungen im Messekonzept beurteilen Sie positiv und wo sehen Sie noch Verbesserungsbedarf?

Reinhold Meinl: Die Führung der Besucher durch die Messehallen, die Verteilung auf so viele verschiedene Räumlichkeiten und Etagen – das sehe ich nicht gut. Das sind zu weite Wege und das riesige Areal führt dazu, dass man keine richtig vollen Hallen hat. Man sollte die Messe ein bisschen kompakter machen. Lieber weniger Hallen oder Ebenen, dafür aber volle.

Gut und gleichzeitig nicht so gut beurteile ich die B2B-Zone: Wir hatten für unsere Exporttätigkeiten einen Raum, das war sinnvoll und gut. Aber ich wäre dafür, dass man dort nicht ausstellen darf und dass Endkunden hier keinen Zugang bekommen. Das wurde für meinen Geschmack zu locker gehandhabt. Wer gesagt hat, dass er einen Termin hat, kam als Endkunde auch in den B2B-Bereich.

 

  1. Wie zufrieden waren Sie mit dem Besucheraufkommen an Ihren Ständen?

Reinhold Meinl: Es war sicher nicht schlecht, es war aber auch nicht sehr gut. Wenn ich eine Schulnote vergeben müsste, dann wäre das eine 2- oder eine 3+. Der Keim ist also da, dass es wieder besser wird. Das hat man auch gespürt, die Atmosphäre war in diesem Jahr deutlich besser als im letzten Jahr.

 

  1. Sie organisieren mit Ihrem Unternehmen verschiedene Events für Händler und Endverbraucher. Warum sind Veranstaltungen wie die Frankfurter Musikmesse dennoch wichtig?

Reinhold Meinl: Die Frankfurter Messe ist eine europäische Veranstaltung. Und sie ist neutraler. Bei einem unserer Händlerevents erreiche ich im Wesentlichen die Kunden und Anhänger dieses einen Händlers. Wenn ich bei uns ein Drum-Festival habe, erreiche ich im Wesentlichen die Fans der Marke Meinl und die Freunde des Hauses. Natürlich auch andere, aber die, die nichts mit uns zu tun haben oder auch nicht haben wollen – die erreiche ich damit nicht. Die Frankfurter Musikmesse ist dagegen eine neutrale Veranstaltung und für jeden offen. Da passiert es, dass sich ein Fan einer anderen Becken-Nobelmarke trotzdem mal ein Meinl-Becken anhören wird. Das ist eine Chance.

 

  1. Was war Ihr persönlich schönstes Messeerlebnis?

Reinhold Meinl: Händler hätte ich gerne mehr gesehen – dafür hab ich aber sehr viele Endkunden gesehen, die unsere Produkte spielen. Sie haben mich angesprochen, wollten ein Foto machen, ein Wort wechseln und haben sich gefreut. Es waren auch zahlreiche Endkunden aus dem Ausland auf der Messe. Das war schön zu sehen, wie sich viele Endkunden mit unserer Marke identifizieren. Sie haben auch geschätzt, dass wir auf der Musikmesse waren.

 

Das Gespräch führte Gunther Matejka.

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