Musikmesse und Prolight + Sound 2019 mit Konzentration der Produkt- und Themenbereiche


Michael Biwer, Group Show Director Entertainment, Media & Creative Industries, Musikmesse & Prolight + Sound

 

In einem ersten Interview erörterte Michael Biwer, Group Show Director Entertainment, Media & Creative Industries, ausführlich das Messe-Konzept 2019 der Prolight + Sound / Musikmesse.  In diesem Interview nimmt Michael Biwer Stellung zu Positionierungen, Musikmesse-Festival, das Fehlen und Kompensieren von prominenten Ausstellern sowie zu Kritikpunkten. So viel vorab: Man darf auf die Musikmesse / Prolight + Sound 2019 (2.-5. April) gespannt sein. Das Gespräch führte wiederum Gunther Matejka.

 

Was unternimmt die Messe, damit wieder einige der klangvollen Namen ihre Neuheiten ausstellen?
Wir möchten uns nicht als bloße Vermieter von Quadratmetern präsentieren, sondern als Dienstleister, die zusammen mit Ausstellern etwas Großartiges auf die Beine stellen. Wir zeigen den Unternehmen im direkten Gespräch, was alles möglich ist. Ein paar Beispiele: GEWA Drums hat in diesem Jahr eine medial viel beachtete Pressekonferenz zum Launch der Workstation G9 durchgeführt, für die wir Support geleistet haben. Gemeinsam mit Yamaha haben wir die „European Songwriting Awards“ ins Leben gerufen, der gleich bei der Premiere sehr gut angenommen wurde. Der Bundesverband Klavier sowie die Marken Fazioli und Niendorf haben mit uns zusammen erfolgreiche Konzertabende direkt auf dem Messegelände veranstaltet. Fender Musical Instruments war im Rahmen der Sonderausstellung „The World of Vintage Guitars“ erstmals seit drei Jahren wieder ein aktiver Teil der Messe – genau wie viele Key-Player im Verstärker-Bereich, die bei der „Amp World“ vertreten waren. Wir geben Unternehmen die Möglichkeit, ihre Endorser und Produktspezialisten in das Programm zu integrieren, Bühnen zu sponsern, musikalische Einsteiger als bei „Discover Music“ zu erreichen. Diese Möglichkeiten möchten wir Ausstellern und potenziellen Ausstellern noch deutlicher vermitteln.

 

Wie lässt sich das Fehlen von Premium-Marken kompensieren?
Dass Unternehmen von der Anziehungskraft erfolgreicher Mitbewerber profitieren möchten, ist verständlich. In Bezug auf die MI-Branche kommt die starke emotionale Bindung von Musikern an große Marken hinzu. Diese Anziehungskraft und Emotionalität möchten wir durch die zuvor angesprochenen Circle-Stages herstellen. Geplant sind Performances und Workshops von Top-Künstlern, Vorträge und Networking-Events: nicht in Randbereichen des Messegeländes, sondern direkt in den Hallen, in unmittelbarer Nähe der Aussteller. Vereinfacht gesagt möchten wir den Grundgedanken des Drum- und Guitar Camps aus den letzten Jahren auf weitere Produktbereiche ausweiten.

 

Musikmesse / Prolight + Sound 2018 (Foto: Walter Wehrhan)

 

Wie lautet die Positionierung von der Musikmesse und der Prolight + Sound?
In Bezug auf die Musikmesse führen wir, mit der Erweiterung um das neue Samstagskonzept, eine dreigliedrige Markenstruktur. So können wir die einzelnen Bestandteile individuell an die Zielgruppen vermarkten. Im Kern steht die Musikmesse als einzige europäische Messeplattform mit B2B/B2P-Fokus, die die gesamte Bandbreite des aktiven Musizierens abdeckt und ein internationales Fachpublikum anspricht. Das ist unser Markenkern, den wir weiter festigen möchten. Hinzu kommt das Musikmesse Festival als Kultur- und Konzertfestival in ganz Frankfurt. Wir vermarkten es nicht nur an Musikbegeisterte, sondern auch an Professionals, die im Anschluss an den Messetag außergewöhnliche Musik-Highlights erleben möchten. Mit der Musikmesse Plaza ergänzen wir die Markenwelt um eine erlebnisorientierte B2C-Plattform für Endverbraucher, die an hochwertigen Instrumenten sowie an angrenzenden Produktsegmenten wie Merchandising, Tonträger oder Consumer Electronics interessiert sind. Die Prolight + Sound versteht sich als „The Global Entertainment Technology Show“, die alle Professionals der Branche anspricht – von Einkäufern über Fachplaner und Dienstleister bis hin zu Designern, Technikern und DJs. Neben der klassischen Veranstaltungstechnik umfasst das Angebot auch Bereiche wie Medientechnik und Systemintegration, Production und Broadcasting, Theater und Bühne. In diesem Jahr erhalten Lösungen rund um „Safety + Security“ eine eigene Ausstellungsfläche auf der Messe.

 

Welche Erfahrungswerte aus diesem Jahr nehmen Sie für das Musikmesse Festival 2019 mit? Was können Sie über das Festival heute schon sagen (auch wenn noch keine Acts vermutlich gebucht sind)?
Es kommt bei Teilnehmern der Musikmesse gut an, wenn Events in direkter Nähe zum Messegelände stattfinden. So haben viele Messebesucher und Aussteller die Showcase-Abende im Maritim Frankfurt zum Austausch und Networking in entspannter Atmosphäre genutzt. Wir werden 2019 weitere Angebote in dieser Richtung schaffen und kooperieren dafür mit der Frankfurt Hotel Alliance. Auch das Abendangebot direkt auf dem Messegelände bauen wir aus.

 

Bitte sagen Sie etwas zu dem Vorwurf-Evergreen: Die Messe sei zu teuer?
Ein Vier-Quadratmeter-Komplettstand ist bereits ab rund 1.000 EUR realisierbar – inklusive Medienpaket, Umweltbeitrag und AUMA-Gebühren. Es geht sogar noch günstiger: Im vergangenen Jahr war das Guitar Boutique Package für exakt 734,70 EUR ein großer Erfolg. Wir bieten dieses Angebot ab sofort auch für alle weiteren Produktgruppen der Musikmesse. Betrachtet man die regulären Standmietpreise, so sind wir auf demselben Niveau wie sonstige internationale Fachmessen. Es gibt sicherlich Faktoren, die wir als Messeveranstalter nicht beeinflussen können, beispielsweise die Hotelkosten. Wer jedoch früh genug bucht, wird ein passendes Zimmer zum günstigen Preis finden – immerhin liegen rund 5.000 Betten maximal 15 Minuten Fußweg von der Messe entfernt.

 

Und bitte zu diesem Vorwurf: Die Messe ist zu aufgebläht, lieber weniger viele Hallen, dafür volle Hallen.
Dieser Kritikpunkt sollte ab 2019 weitgehend ausgeräumt sein. Wir setzen auf eine bestmögliche Konzentration der Produkt- und Themenbereiche: Wie erwähnt sind alle Audio-Aussteller in Halle 8.0 zu finden, die „Light, Stage + Entertainment“-Halle 12.0 ist durch die Via Mobile direkt angebunden. Verbände der Musik- und Entertainment-Branche sind nicht mehr getrennt, sondern finden eine gemeinsame Heimat in Halle 4.1. Hinzu kommt die angesprochene zentrale Business Area. Die Hallenebenen 3.0 und 3.1 bündeln einen Großteil der Musikmesse, hinzu kommen Full-range Companies im Forum.0 sowie ein neues Education Hub im Congress Center. Kurzum: Musikmesse und Prolight + Sound bringen den Schrittzähler weniger zum Glühen als früher.

 

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