Neue wissenschaftliche Studie empfiehlt, welche und wie viel Musik gesund ist


Viele Faktoren haben Einfluss auf unsere Gesundheit: Von ausgewogener Ernährung, über ausreichend Schlaf und Bewegung. Unser Körper braucht eine ausgewogene Ernährung mit Nährstoffen, um einen gesunden Lebensstil aufrechtzuerhalten.

Eine neue wissenschaftliche Studie hat nun die „Empfohlene Tagesdosis (ETD)“ für Musik ermittelt. Der globale Audio-Streamingdienst Deezer beauftragte Wissenschaftler der British Academy of Sound Therapy (BAST) herauszufinden, welche Musikdosis ein gesunder Körper und Geist benötigen.

Die globale Studie mit mehr als 7.500 Teilnehmern¹ untersuchte den Einfluss von Musik auf unser geistiges und körperliches Wohlbefinden. Das Experiment ergab, dass man idealerweise folgende Musikstile für rund je eine Viertelstunde hören sollte, um einen emotionalen Nutzen daraus zu ziehen – unabhängig davon, welches Genre man eigentlich bevorzugt:

• 14 Minuten aufbauende Musik, um sich glücklich zu fühlen (18% der musikalischen ETD)
• 16 Minuten Musik zur Entspannung (20,5% ETD Musik)
• 16 Minuten Musik gegen Traurigkeit (20,5% ETD Musik)
• 15 Minuten motivierende Musik, um die Konzentration zu fördern (19% Ihrer ETD Musik)
• 17 Minuten Musik zur Wutbewältigung (22% Ihrer ETD Musik)

Musikalische Therapie: Pop für gute Laune, Rock gegen Wut
Welches Musikgenre welche therapeutische Wirkung auf die Hörer hat, ist dabei sehr individuell. Die Umfrage ermittelte jedoch, welcher Musikstil im Schnitt was für einen Effekt auf die HörerInnen hatte. So wurde Popmusik als die effektivste musikalische Quelle für Glücksgefühle identifiziert: 37,7 Prozent der deutschen Befragten wählten Pop als Genre, das sie glücklich macht. Wenig überraschend: Der Titel „Happy“ von Pharrell Williams entpuppte sich global als beliebtester Stimmungsaufheller.

Auch zur Entspannung hören die meisten deutschen Befragten am liebsten Popmusik (30,5%), gefolgt von klassischer Musik (25,4%), wobei Beethovens „Fünfte Sinfonie“ die beste Wahl für einen stressfreien Gemütszustand sei. Im Schnitt brauchen Hörer etwa zehn bis 19 Minuten, um sich bei Musik entspannen zu können. Die Teilnehmer in Deutschland gaben an, sich friedlich und zufrieden zu fühlen (93%), Muskelverspannungen abzubauen (87,5%) und besser zu schlafen (90%), wenn sie Entspannungsmusik hören. Laut Experten von BAST ist der treibende Faktor für die Entspannung ein langsames Tempo, da wir Geräusche im Gehirn nach dem Entrainment-Prinzip verarbeiten³. Musikalische Rhythmen und Muster beeinflussen unser biologisches System und regulieren Gehirnströme, Herzfrequenz und Neurochemie.

Zur Wutbewältigung eignet sich Rock am besten – das finden 43,9 Prozent der Befragten in Deutschland, davon mehr Frauen (45,2%) als Männer (42%). Die Studie zeigte, dass fast die Hälfte (47,5%) von uns bei Wut schnelle Musik bevorzugt, jeder Fünfte hingegen auf langsame Töne setzt. Dieser Unterschied ist auf unser Erbgut zurückzuführen. Mitreißende Musik kann die Herzfrequenz, den Blutdruck und die emotionale Reaktion erhöhen, was einigen Hörern dabei helfen kann, ihre wütenden Emotionen zu verarbeiten. Für andere jedoch stellt sie dabei ein Hindernis dar.

Klassische Musik gaben die meisten als das Genre an, bei dem sie sich am besten konzentrieren können (26,6%) und Pop als die Musikrichtung, bei der sie am besten Traurigkeit bewältigen (28,7%). Die Hälfte der Befragten gab an, dass sich dafür vor allem Balladen eignen: 46,2% bevorzugen langsame Musik und mehr als ein Drittel achtet in diesem Zusammenhang vor allem auf den Inhalt der Liedtexte (34,6%).

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