Podcast-Produktion leicht gemacht


 

Das Thema Podcasting ist aktuell in aller Munde, viele Menschen nutzen das auditive Medium, um mit ihren Inhalten einfach und schnell verschiedene Interessensgruppen zu erreichen. Bevor du startest, solltest du einige Punkte beachten, damit deine ersten Aufnahmen nicht direkt wieder in die Tonne wandern. Sennheiser hat fünf einfache Tipps entwickelt, die es vor und nach der Aufnahme zu beachten gilt. Mehr dazu auf www.sennheiser.com/how-to-podcast. #SennheiserXPodcast

 

Nicht nur der Inhalt zählt: Auch der Einsatz der Stimme und die Audioqualität sind beim Podcasting wichtig, um Zuhörer zu gewinnen. (Foto: Sennheiser)

1. Werde warm mit deiner Stimme

Wer kennt das nicht – man hört die eigene Stimme in einem Video oder einer Sprachnachricht und denkt sich: „Mein Gott, so klinge ich? Das ist ja furchtbar!“ Erst einmal: Ja, so klingst du und nein, das ist überhaupt nicht furchtbar. Du nimmst deine eigene Stimme einfach nur anders wahr, wenn du sprichst. Doch die Scheu vor der eigenen Stimme lässt sich abtrainieren: Greif dir ein Aufnahmegerät, das kann zum Beispiel dein Smartphone sein, und erzähl einfach mal, was du die letzten Tage gemacht hast. Die Aufnahmen kannst du dir im Nachhinein anhören. So wirst du nicht nur warm und sicherer mit deiner Stimme – du erkennst auch Stärken und Schwächen deiner Sprechweise und kannst diese Erkenntnisse für deinen Podcast nutzen.

 

2. Setze deine Stimme perfekt ein

Der zweite Tipp setzt direkt nach dem ersten an: Natürlich gibt es ein paar grundsätzliche Dinge beim Sprechen zu beachten, damit du für deine Zuhörer möglichst angenehm klingst. In erster Linie solltest du ein gleichmäßiges Sprechtempo an den Tag legen und nicht schreien – auch diese Punkte kannst du wunderbar mit deinen Sprachaufnahmen kontrollieren. Um harte Plopp-Laute zu vermeiden solltest du einen Pop-Schutz nutzen, auch bei scharfen Zischlauten gilt es vorsichtig zu sein, da diese im Ohr deiner Hörer schmerzen können. Trainiere dir an, diese etwas behutsamer und am Mikrofon vorbei auszusprechen.

 

3. Abstand zum Mikrofon
Apropos Mikrofon: Für den Klang deiner Stimme ist auch die Position vor dem Mikrofon entscheidend. Bist du nah dran, klingt deine Stimme basslastig und voll (auch Nahbesprechungseffekt genannt), es besteht aber die Gefahr, dass Plopp-, Zisch- und Atemgeräusche stärker werden. Bist du weiter weg, klingt deine Stimme dünner und du hast viel Raumklang in der Aufnahme. Den perfekten Abstand gibt es nicht, da jedes Mikrofon anders klingt – und der Stimmklang auch eine Geschmacksfrage ist. Tipp: Starte eine Aufnahme mit einer Hand breit Abstand zum Mikrofon und geh während du sprichst langsam weiter weg bzw. näher heran. So kannst du die für dich optimale Position finden.

 

4. Ein gut klingender Raum
Bei der Aufnahmequalität spielt auch der Raum eine entscheidende Rolle. Hier solltest du darauf achten, dass der Raum möglichst „trocken“ klingt, also dass er wenig Eigenhall hat. Bei zu viel Hall bist du schwerer zu verstehen, außerdem bekommst du Probleme bei der Nachbearbeitung deiner Stimme. Generell gilt: Leere Zimmer haben meist mehr Hall als Zimmer mit Regalen, Sofas oder Teppichen. Oft eignet sich daher das Wohnzimmer gut für Sprachaufnahmen (viele Möbel und Teppich), schlecht geeignet sind meist Küche oder Badezimmer (viele glatte Flächen, die den Schall reflektieren). Tipp: Durch einfaches Klatschen kannst du testen, welcher deiner Wohnräume am wenigsten Wiederhall hat und den Schall am besten schluckt. Dieser sollte dein neuer Podcasting-Raum werden.

 

Durch einfache Equalizer- oder Kompressor-Einstellungen kannst du den Klang deiner Aufnahme aufwerten. (Foto: Sennheiser)

 

5. Nachbearbeitung: Equalizer und Kompressor sind deine Freunde
Du hast gar keine Ahnung von Audiobearbeitung und willst trotzdem deinen Sound etwas aufmotzen? Dann solltest du dir erst mal Equalizer und Kompressor in deiner DAW (Digital Audio Workstation) ansehen. Viele DAWs bieten hier Presets, die für Sprachaufnahmen gedacht sind. Einfach das Preset in die Spur deiner Audioaufnahme laden und hören, ob die Aufnahmen besser klingen. Stehen dir keine Presets zur Verfügung, probiere Folgendes: Setze beim Equalizer einen Lowcut bei 80 Hz und erhöhe den Frequenzbereich bei rund 5.000 Hz um 2 bis 3 dB. Das entfernt zu tiefe Bassfrequenzen und gibt deiner Stimme bei höheren Frequenzen etwas mehr Brillanz. Beim Kompressor wählst du eine Ratio von 4:1, eine Attack-Zeit von 10 ms und eine schnelle Release-Zeit von 20 ms. So werden kurze Transienten komprimiert, der Großteil des Signals bleibt aber dank der kurzen Release-Zeit unberührt. Den Threshold kannst du soweit runterregeln, bis ca. -5 dB deines Signals komprimiert werden. Zum Schluss musst du nur noch den Gain-Regler hochdrehen, bis das Signal wieder eine gute Lautstärke hat – achte darauf, dass der Pegel deiner Spur 0 dB nicht überschreitet, sonst kann deine Aufnahme verzerren. Natürlich sind diese Einstellungen nur ein ungefährer Richtwert und können individuell weiter angepasst werden.

 

Tipps zu Konzeption, Aufnahmeequipment und Vermarktung gesucht?
Zusammen mit dem Mixing Engineer und Podcaster Marc Mozart hat Sennheiser eine YouTube-Serie für Podcast-Anfänger entwickelt – hier findest du auch Hilfe bei der Konzepterstellung oder Mikrofonempfehlungen vom Audiospezialisten. Die Serie und alle weiteren Informationen findest du hier: www.sennheiser.com/how-to-podcast

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