Wolfgang Weyand: Ich möchte die Musikmesse und Prolight + Sound mehr emotionalisieren


In diesem Jahr ist Wolfgang Weyand erstmals als Direktor für das Rahmenprogramm der Musikmesse und Prolight + Sound verantwortlich. Neben dem Entertainment-Bereich gehört auch das Business Relation-Ressort zu seinem Zuständigkeitsbereich. Im Gespräch mit Musical Merchant verrät der seit über 25 Jahren im Entertainment-Geschäft erfahrene Jurist seine Vision und an welchen Stellschrauben er bei den Messen drehen möchte.

Musical Merchant: Herr Weyand, was machen Sie anders als Ihr Vorgänger Wolfgang Lücke?

Wolfgang Weyand:  Das lässt sich so ohne weiteres nicht vergleichen. Erstens ist es ja so, dass zwei Abteilungen – die Bereiche Entertainment und Business Relation – zusammengelegt wurden. Ich bin für beide Bereiche verantwortlich. Das ist also schon mal eine Erweiterung der Tätigkeit – mit einer größeren Abteilung dazu. Zum zweiten geht es mir darum, die Musikmesse und die Prolight + Sound mehr zu emotionalisieren.

Das heißt: Räume schaffen wo echtes Entertainment stattfinden kann. Das machen wir, indem wir in diesem Jahr zum ersten Mal bestimmte Venues anbieten. Wir bieten Ausstellern an, diese im Anschluss an die Messe zu bespielen. Wir schaffen also auf dem Gelände Konzert-Locations, die nach dem Messe-Tagesgeschäft genutzt werden.

Musical Merchant: Konzert-Locations auf dem Gelände der Musikmesse?

Wolfgang Weyand: Genau! Ein paar Details: Die Center Stage wird es nicht mehr geben, dafür die „Festival Arena“. Das ist ein 40 Mal 40 Meter großes Zirkuszelt mit einer Kapazität  für rund 1.500 Menschen. Tagsüber finden darin Showcases und auch Produktvorführungen statt und abends Konzerte. In anderen Bereichen wird es das auch geben:In Halle 11.0, in der die Klavier- und Pianohersteller ausstellen, werden wir eine Piano-Stage haben. Dort finden ebenfalls tagsüber ganz normale Showcases und Produktvorführungen statt, an drei Abenden aber auch Konzerte. Da haben wir Platz für etwa 200 Menschen.

Musical Merchant: Für Ihren Job ist eine Idee, eine Visionnötig – wie lautet Ihre?

Wolfgang Weyand: Ich bin jetzt seit rund 25 Jahren im Geschäft. Und ich war immer ein Mann des Contents, der Inhalte. Ich habe immer versucht, neue Möglichkeiten zu finden und attraktive Inhalte zu präsentieren, indem man für alle Beteiligten gute Rahmenbedingungen schafft. Ich glaube, viele Austeller denken in die gleiche Richtung. Vielleicht hatten sie bisher nicht die Möglichkeiten, ihre Produkte in einem emotionalen Umfeld zu präsentieren. Das werden wir versuchen zu ändern, tagsüber mehr das klassische Messegeschäft für das Fachpublikum, aber je näher das Wochenende rückt, soll die Messe auch ganz normale Musikfans für das Musikmachen begeistern. Das ist das Spannende. Die Messe wird sich sicher dadurch in den nächsten Jahren anders darstellen.

Musical Merchant: Das Geschäft verändert sich – und damit auch Messen …

Wolfgang Weyand: Richtig. Deshalb müssen sich auch dieMusikmesse und die Prolight + Sound emotionaler aufstellen und neue Inhalte bieten. Ich glaube, das ist einer der Gründe, warum ich diese Position jetzt innehabe.

Musical Merchant: Die Kernaufgaben einer Messe haben sich in den letzten Jahren verändert. Produktneuheiten haben nicht mehr den Stellenwert, im Netz ist man in Real-Time dabei. Umso wichtiger sind jetzt Qualitäten wie Gefühle, Erlebnisse, Networking und Kontaktschmieden geworden. Wie sehen Sie das?

Wolfgang Weyand: Grundsätzlich bleiben diese beiden Messen Fachmessen. Das ist uns sehr wichtig. Daran wird sich nichts ändern. Wie die Märkte sich entwickeln in dem Instrumentenbereich oder in anderen Bereichen, das können wir nicht beeinflussen – ob wir da ein Zirkuszelt aufstellen oder nicht. Aber wir können versuchen, Brücken zu bauen.Das betrifft viele Messen. Wenn Produktneuheiten nicht mehr das zentrale Thema sind, dann ist es eben das Treffen, das Sehen, das Austauschen, das Erleben. Dann treten Entertainment-Themen mehr in den Vordergrund. Aber es wird dabei bleiben, dass unser erster Ansprechpartner das Fachpublikum ist.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.