Corona-Krise: Digitalbranche rechnet mit massiven Umsatzeinbußen


Die Corona-Krise hat Deutschland und die Welt fest im Griff – die Auswirkungen werden auch die die digitale Wirtschaft schwer treffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Mitgliederbefragung des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. Demnach rechnen 98 Prozent der Befragten aus BVDW-Mitgliedsunternehmen mit Umsatzeinbußen von durchschnittlich 32 Prozent für das laufende Jahr. Die Soforthilfemaßnahmen von Bund und Ländern bewertet ein Großteil aber als „zielführend“.

covid-19-coronavirus(Bild: Pixabay)

Die Maßnahmen zur Verlangsamung der Verbreitung des Coronavirus wirken sich auch die digitale Wirtschaft aus: Fast gesamte Branche (98 Prozent) rechnet mit Umsatzeinbußen – diese sollen bei durchschnittlich 32 Prozent liegen für das Jahr 2020. Das geht aus den Ergebnissen einer Befragung von 202 Personen aus BVDW-Mitgliedsunternehmen hervor.

Die Soforthilfemaßnahmen, die Bund und Länder zeitnah auf den Weg gebracht haben, bewerten jedoch zwei Drittel (65 Prozent) als „zielführend“. Nur jeder sechste Befragte gibt an, nicht zufrieden zu sein. Nachbesserungsbedarf sehen die BVDW-Mitglieder allerdings vor allem in den Bereichen steuerliche Erleichterungen (51 Prozent), Höhe der Soforthilfen (37 Prozent) sowie bei den jeweiligen Antragsverfahren (36 Prozent). Nur jeder Sechste (17 Prozent) fordert weniger Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

BVDW-Präsident Matthias Wahl: „Ohne Zweifel hat die Bundesregierung gezeigt, dass sie in einer Krise schnell und konstruktiv agiert und politische Befindlichkeiten dabei hinten an stellt. Bei einer Krise, die quasi keinen Lebens- oder Wirtschaftsbereich unberührt lässt, ist es gelungen, möglichst universelle Maßnahmen schnell auf den Weg zu bringen.“ Doch punktuell bestünde hier noch Nachholbedarf, erklärt Wahl. „Kleine und mittelständische Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern werden bei den Soforthilfen von der Bundesregierung nicht berücksichtigt – Garantien alleine werden in vielen Fällen kaum ausreichen. Während einzelne Länder hier bereits mit einer Ausweitung der Soforthilfen regiert haben, erwarten wir einheitliche Lösungen auf Bundesebene, um diese Existenzen zu schützen.“

Die im Zuge der Maßnahmen durch die Bundesregierung angepassten Rahmenbedingungen für Kurzarbeit nehmen die Unternehmen der Digitalbranche gut an. Nur 15 Prozent fordern hier mehr Spielraum. Dagegen hat ein Drittel der Digitalunternehmen (35 Prozent) Kurzarbeit beantragt oder plant, das zu tun. Dabei sind durchschnittlich 65 Prozent der Belegschaft betroffen – die ursprüngliche Arbeitszeit wird oder wurde um 44 Prozent reduziert.

Dennoch rechnet ein fünftel der Unternehmen (21 Prozent) damit, Mitarbeiter wegen der Corona-Krise entlassen zu müssen. „Das ist verheerend“, sagt BVDW-Präsident Wahl. „Die Fachkräftegewinnung gehörte bisher zu den größten Herausforderungen unserer Branche. Gemeinsam mit der Politik auf Bundes- und Länderebene müssen wir alles dafür tun, den nachhaltigen Schaden so gering wie möglich zu halten, damit wir uns schnell von dieser Krise erholen werden.“

Trotz alarmierender Zahlen zeigt sich die digitale Wirtschaft sehr reflektiert: Zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) glauben, dass die digitale Wirtschaft im Vergleich zu anderen Branchen weniger stark von der Krise betroffen ist, nur sechs Prozent geben an, dass sie stärker betroffen sei.

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