EVVC Positionspapier: So könnten Veranstaltungen wieder stattfinden


Um der Politik in der aktuellen Corona-Krise einen Lösungsweg zum Umgang mit dem Virus bei Veranstaltungen darzulegen, hat der EVVC Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V. gemeinsam mit Experten der Eventbranche und unter Federführung von EVVC Kooperationsanwalt Volker Löhr ein Positionspapier erarbeitet, das Wege für ein stufenweises Anfahren der Veranstaltungstätigkeit aufzeigt.

Stühle-Kongress-Tagung(Bild: Pexels)

Grundlage hierfür sei eine Anpassung der aktuellen gesetzlichen Bestimmungen des Baurechts, die sich konkret in der Versammlungsstättenverordnung wiederfinden und in der Hoheit der Landesregierungen liegen.

„Als Vertreter der Veranstaltungshäuser und Experten der Branche ist es an uns, der Politik Lösungen aufzuzeigen, wie ein Weg aus der Krise machbar und möglich ist, ohne die Gesundheit der Anwesenden zu gefährden“, so EVVC Präsidentin Ilona Jarabek. „Uns ist es wichtig, dass die neuen Regelungen einen einheitlichen Rahmen und damit Orientierung bieten, aber in den Ländern angepasst werden können und Einzelfallbetrachtungen zulassen. Eine bundeseinheitliche Lösung nach dem Prinzip „One fits all“ ist weder realistisch noch sinnvoll.“

Zu erwarten sei, dass die Pandemie in Deutschland unterschiedlich und dynamisch verlaufen werde, so dass differenzierte Bewertungen und Anpassungen möglich sein müssten. Darauf gebe das Positionspapier Antworten, indem die Häuser und Veranstalter selbst die Maßnahmen in ihrem Sicherheitskonzept verankerten.

Im ersten Schritt könnten geschäftliche Veranstaltungen, also Formate wie Meetings, Seminare, Tagungen und Ausstellungen im Bereich B2B, stattfinden. Sie seien in der Regel sehr gut zu steuern, der Teilnehmerkreis sei nachvollziehbar. In einem zweiten Schritt sollten die Erfahrungen als Blaupause für öffentliche Veranstaltungen, z. B. in den Bereichen Gesellschaft, Kultur und Sport, dienen.

Weniger Besucher pro Quadratmeter, mehr Organisation

Um ohne Risiko für Besucher und Mitarbeiter wieder in den Veranstaltungsbetrieb zu kommen, empfehlen die Experten eine stufenweise Bewertung der Risiken. Zentrale Punkte des Positionspapiers sind hierfür:

  • die Reduzierung der Personendichte auf maximal eine Person pro 4 m²
  • die Erhöhung der Abstände von Besucherplätzen auf mindestens 1,5 m in alle Richtungen
  • die Erweiterung der mobilen Gangbreiten von 1,2 m auf 2,4 m
  • die Einhaltung der einschlägigen Hygienemaßnahmen sowie
  • ein qualifiziertes Einlass- und Auslassmanagement sowie entsprechende Besuchersteuerung

Messeplätze, Kongresshäuser, Kongresshotels, Multifunktions- und Stadthallen in Deutschland seien im internationalen Vergleich die modernsten und auf höchstem technischem Niveau. Notwendige Hygienestandards könnten hier durchweg problemlos umgesetzt werden.

Katalysatoren für das Wiedererstarken des gesellschaftlichen Lebens

Veranstaltungen aller Art seien immer ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region und Garant zahlloser Arbeitsplätze, heißt es zudem in einer Meldung des EVVC. Umso wichtiger seien Veranstaltungshäuser für die Städte und Gemeinden. Über 80 % der EVVC Häuser befänden sich in kommunaler Trägerschaft, viele hätten zum jetzigen Zeitpunkt bereits Kurzarbeit angemeldet.

Nach aktuellen Umfragen unter den EVVC Mitgliedshäusern sei bundesweit mit einem Mehrbedarf aufgrund der Corona-Krise von rund 1 Milliarde Euro zu rechnen, um die kommunalen Häuser in diesem Jahr zu finanzieren. Sollten bis Ende des Jahres keine Veranstaltungen möglich sein, werde diese Zahl noch steigen.

„Es sind enorme Belastungen, die hier auf die Kommunen zukommen und die nur durch ein Investitionsprogramm des Bundes für Bürgerhäuser, Stadthallen und Kongresszentren abgefedert werden können. Weniger Besucher in den Häusern bedeuten auch weniger Einnahmen, verbunden mit höheren Kosten durch Investitionen in Hygiene, Sicherheit und Besuchersteuerung“, so EVVC Präsidentin Ilona Jarabek. „Gerade Veranstaltungen können jedoch ein wichtiger Bestandteil sein, um die Wirtschaft und unser Zusammenleben wieder hochzufahren. Wir sind Teil der Lösung und möchten unseren Beitrag auch leisten können.“

Die persönliche Begegnung sei ein wichtiger Teil unserer menschlichen Natur, daher seien Veranstaltungen systemrelevant.

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