Fortführung der Corona-Studie: Veranstaltungsmarkt erneut gebremst


Nach dem Neustart der deutschen Eventbranche im Sommer 2020 wird sich die eingeleitete Erholung des Marktes in Folge des jüngst beschlossenen „Lockdown light“ weiter verzögern. Innovative Konzepte und das Verantwortungsbewusstsein der Branche schaffen jedoch eine gute Grundlage für die Zukunft des Tagungs- und Kongressstandortes Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Europäische Institut für Tagungswirtschaft EITW im Auftrag des EVVC – Europäischen Verbandes der Veranstaltungs-Centren e.V. und des GCB German Convention Bureau e.V.

Stop-Schild-Achtung-Verbot(Bild: Pixabay)

Nach dem ersten Corona-bedingten Lockdown im Frühjahr konnte die deutsche Veranstaltungswirtschaft seit den Sommermonaten teilweise neu starten. Je nach Bundesland und abhängig davon, ob die Veranstaltung in geschlossenen Räumen oder im Freien stattfand, waren Meetings, Tagungen und Kongresse unter Einhaltung bestimmter Hygiene- und Sicherheitsstandards wieder möglich. Laut Ergebnissen der EITW-Befragung hatten 87,3 Prozent der Tagungsstätten ihren Betrieb nach dem Lockdown vom Frühjahr wieder aufgenommen. „Veranstalter, Location-Betreiber, Hoteliers und Dienstleister haben dabei mit überzeugenden Hygienekonzepten Verantwortung übernommen und gezeigt, wie sicheres Tagen unter Pandemie-Bedingungen möglich ist“, sagt Matthias Schultze, Managing Director des GCB. „Insbesondere hybride Veranstaltungsformate, die Präsenz- und Online-Teilnahme verbinden und eine große Vielfalt neuer Technologien einsetzen, haben sich in den letzten Monaten sehr stark entwickelt und verbreitet.“

Tagen unter neuen Bedingungen

Nach dem Restart haben sich die Kapazitäten und die Buchungslage in den Veranstaltungsstätten bundesweit deutlich verändert. Aufgrund des erhöhten Platzbedarfs zur Einhaltung von Mindestabständen hat sich das durchschnittliche Sitzplatz-Angebot der Tagungshotels, Kongresszentren und weiteren Locations von je 936 auf 230 Plätze um rund 70% verringert.

Bei den Größenklassen durchgeführter Tagungen und Kongresse sind daher auch eindeutig die kleinen Formate als Gewinner zu sehen. An fast dreiviertel der Tagungen, Kongresse und Seminare nach dem Neustart haben 20 bis 50 Personen teilgenommen. Große Veranstaltungen fanden nicht oder nur sehr eingeschränkt statt.

Insgesamt hätten ohne den seit 2. November bundesweit geltenden neuen „Lockdown light“ im Jahr 2020 ca. 30% der Veranstaltungen mit ca. 25% der Teilnehmer*innen gegenüber dem Vorjahr stattgefunden. Mit Blick auf die aktuelle Buchungslage für die Monate Oktober, November und Dezember 2020 prognostizieren die Veranstaltungsstätten, dass sie jeweils ungefähr ein Drittel des Veranstaltungsvolumens des Vorjahres 2019 erreichen – zum Befragungszeitpunkt waren jedoch die neuerlichen Beschränkungen noch nicht bekannt.

„Ein wirtschaftlicher Veranstaltungsbetrieb ist aufgrund der stark eingeschränkten Kapazitätsauslastung und der Corona-bedingten Mehrkosten nicht möglich. Für die Betroffenen, die Vielzahl der stark unter Druck stehenden Unternehmen und die Fachkräfte der Branche, sind deshalb die finanziellen Hilfsmaßnahmen unerlässlich“, so Ilona Jarabek, Präsidentin des EVVC. „Der Neustart der Veranstaltungswirtschaft im Sommer war zudem wichtig, um dem Bedürfnis der Menschen nach persönlicher Begegnung nachzukommen. Daran gilt es, so bald wie möglich wieder anzuknüpfen – mit Konzepten zu sicherem und verantwortungsbewusstem Tagen in den Veranstaltungsstätten.“

Veränderte Ausgangslage für die Zukunft

Die Daten der neuen Meeting- & EventBarometer-Sonderausgabe belegen, dass die Erholung der Veranstaltungswirtschaft eher über die Marathon- als über die Sprint-Distanz erfolgt. Für diesen Marathon befinde sich der Tagungs- und Kongressstandort Deutschland jedoch in einer guten Ausgangslage. Neben der Positionierung als Weltmarktführer im Bereich von Geschäftsreisen und dem Besuch beruflich motivierter Veranstaltungen sei das hervorragende Image Deutschlands als Reiseland und Geschäftsreiseziel weltweit ein wichtiger Eckpfeiler für die Erholung nach Corona. Wie die jüngste Erhebung von IPK International im Auftrag der Deutschen Zentrale für Tourismus DZT zeigt, genießt Deutschland im internationalen Vergleich das höchste Vertrauen als Reiseland in Zeiten der Pandemie. Auch im Anholt-Ipsos Nation Brands Index belegt Deutschland im jüngsten Ranking ebenso wie in den Vorjahren Rang 1 für das weltweit beste Image.

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