Neumann&Müller Azubis unterstützen Integrationsprojekt „Welcome Voices“


Seit Anfang des Jahres arbeiteten über 100 einheimische und geflüchtete junge Menschen im Rahmen des Integrationsprojektes „Welcome Voices“ an einem gemeinsamen Ziel: der Aufführung ihres Musicals „Hoch hinaus“.

Welcome Voices Aufführung

PluralArts International, Karen & Christian Seel, Berlin

Idee und Konzept, Tanz und Gesang sowie die Gestaltung von Kostümen und Bühnenbild – das alles sollten sie selbst entwickeln und dabei nicht nur ihre eigenen Ideen, sondern auch ihre persönliche Geschichte einbringen. Sie stellten sich gemeinsam der kreativen und künstlerischen Herausforderung, entdeckten dabei sich selbst und erfuhren viel über ihre Mitstreiter.

Unter der Leitung des amerikanischen Komponisten und Regisseurs Todd Fletcher, der seit 30 Jahren mit Kindern und Jugendlichen in aller Welt zusammenarbeitet und gemeinsam mit ihnen über 35 Musicals zur Aufführung gebracht hat, gestalteten sie das Stück von der ersten Idee bis zur Premiere, die am 18. Oktober in Berlin gefeiert wurde. Bei der Konzeption der Licht- und Audio-Technik sowie deren Umsetzung bekamen sie Unterstützung von drei Azubis von Neumann&Müller Veranstaltungstechnik, die sich in das Projekt einbrachten.

Keiner der jungen Frauen und Männer zwischen 12 und 30 Jahren – sie kommen unter anderem aus Syrien, Afghanistan, Serbien, der Türkei und Deutschland – wusste zu Beginn, wohin sich das Musical entwickeln würde und ob sie es schaffen würden, damit ein Publikum zu begeistern. „Die Jugendlichen wissen oft selbst nicht, wie viel Potenzial in ihnen steckt“, erklärt Fletcher. „Am Anfang behaupteten 90 Prozent der Teilnehmer, nicht singen zu können. Im Verlauf des Projektes konnten wir sie vom Gegenteil überzeugen.“ So ist aus über 1000 Karteikarten und Fragmenten ein Werk entstanden, das den Darstellern eine Stimme und ihnen mit der Bühne ein Medium gibt, von sich zu erzählen.

Neben den 50 Darstellern waren zahlreiche weitere Akteure im Bereich Kreation und Entwicklung, Bühnenbild und Kostüme sowie in Organisation und Technik engagiert. Sie konnten lernen, wie man ein ambitioniertes Vorhaben vom ersten Einfall bis zur Umsetzung realisiert. Abseits der Bühne entwarfen sie Marketing-Kampagnen, kreierten Inhalte für Website und Social Media und arbeiteten mit Künstlern an der Herstellung von Requisiten für die Show. Das ist ebenso Teil des Programms Eisodus (griech. Ankunft) der gemeinnützigen New Yorker Organisation „PluralArts International“, die Todd Fletcher 1995 in New York und 2007 in Berlin gegründet hat.

Eisodus bietet geflüchteten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, durch kulturelle Projekte künstlerische Talente zu entdecken sowie ihre sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern. Zudem bekommen sie Einblick in unternehmerische Aspekte, die mit einer Musical-Produktion einhergehen. Auf diese Weise werden ihnen wichtige Werkzeuge an die Hand gegeben, um ihr Leben selbst zu gestalten.

Die neu entstandenen Freundschaften zwischen den Akteuren vor und hinter der Bühne sollen der Startschuss für einen interkulturellen Austausch sein. „Das Musicalprojekt ‚Welcome Voices’ will nicht nur die Zuschauer mit einer tollen Tanz-, Schauspiel und Musikvorführung begeistern, sondern vor allem zeigen, wie die Integration geflüchteter Menschen gelingen kann“, so Ute Landwehr-von Brock vom Malteser Hilfsdienst, dessen „Integrationslotsen“-Projekt von der Bundesregierung unterstützt wird.

Maximilian Kloß, Stefan Siegmund und Maximilian Unger sind die drei N&M-Auszubildenden, die ihr Wissen um Licht- und Audio-Technik bei „Hoch hinaus“ einbrachten. Mit Rat und Tat zur Seite standen ihnen N&M-Projektleiter Oliver Paulitz und weitere erfahrene Techniker. Gemeinsam mit dem Welcome Voices-Team erarbeiteten sie das Lichtkonzept, installierten die Ton-Technik und übernahmen nach der Mikrofonierung auch eigenverantwortlich den Live-Sound sowie die Lichtshow an den Mischpulten.

Natürlich waren die N&M-Azubis nach der Premiere in Berlin auch mit auf der kleinen Tour, als es zu den weiteren Aufführungen nach Hamburg und Leipzig ging. „Wir hatten als Team von Anfang an Bock auf dieses Projekt. Neben der technischen Verantwortung für eine musical-gerechte Beschallung und Beleuchtung waren Umsetzung und Zusammenarbeit vor allem eines: eine Herzensangelegenheit“, so Maximilian Unger. „In unserem Berufsalltag gibt es ja nicht gerade viele Berührungspunkte mit Flüchtlingen. Durch die Zusammenarbeit haben wir eine Menge gelernt: von ihnen persönlich, über die Wünsche und Sorgen – und wir haben ihr Engagement und ihre Kreativität in diesem großen Team erlebt. Das war beeindruckend!“

 

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