Studie: Auswirkungen von Corona auf den europäischen Kongress- und Tagungssektor


Die Strategische Allianz des National Convention Bureaux of Europe hat hat eine Aktualisierung ihrer Studie aus dem Jahr 2020 zum Thema “The Impact of Coronavirus on Europe’s Convention Sector” veröffentlicht. Der Bericht, der von Tourism Economics erstellt wurde, präsentiert drei Erholungsszenarien, um die mögliche Bandbreite der Entwicklungen angesichts der Unsicherheit darüber, wie sich die Pandemie-Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird, darzustellen.

corona_study(Bild: Tourism Economics)

Basisszenario: schnelle Erholung nach Aufhebung der Beschränkungen

Das Basisszenario geht davon aus, dass anhaltende Restriktionen und negative Stimmungseffekte im Jahr 2021 dazu führen, dass die Erholung erst im Jahr 2022 ernsthaft beginnt. Die Aufhebung der Beschränkungen wird dann großen Unternehmen und Veranstaltungsplanern Vertrauen in die Zukunft geben und eine einigermaßen schnelle Erholung des Sektors ermöglichen. Es wird erwartet, dass sich die Besucherzahl bis 2024 erholt. Das Szenario prognostiziert auch, dass sich die verschiedenen Arten von Veranstaltungen in unterschiedlichem Tempo erholen werden, wobei kleine, auf das Inland ausgerichtete Meetings und Events den Weg weisen und bis Ende 2022 fast das Niveau von 2019 erreichen.

Für Großveranstaltungen und Kongresse werden innerhalb desselben Zeitraums signifikante Verbesserungen in Aussicht gestellt. Es wird jedoch nicht erwartet, dass sich alle Veranstaltungsarten vor 2023 erholt haben werden. Nicht zuletzt die Verlagerung zu und die fortgesetzte Nutzung von hybriden Veranstaltungsformaten wird auch dazu führen, dass die durchschnittlichen Besucherzahlen für alle Veranstaltungen bis 2024 unter dem Niveau von 2019 bleiben werden. Auch die durchschnittlichen Ausgaben pro Reise werden während des gesamten Prognosezeitraums niedrig bleiben, was auf eine Verringerung der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer pro Reise und die verzögerte Erholung der internationalen Teilnehmenden zurückzuführen ist. Insgesamt geht das Basisszenario davon aus, dass die Veranstaltungen bis 2023 zwar wieder das Vorkrisenniveau erreichen werden, die Erholung der durchschnittlichen Besucherzahlen aber um zwei Jahre hinter den Veranstaltungen zurückbleibt.

Impact_of_Coronavirus_sector(Bild: Tourism Economics)

Upside- und Downside-Szenario unter Berücksichtigung der wichtigsten Risiken

Um wichtige Risiken zu berücksichtigen, die sich auf die Basisannahmen auswirken, wie z. B. die Impfstoffversorgung, den Zeitrahmen für die Beendigung der aktuellen Beschränkungen und das zukünftige Verhalten der Veranstaltungsteilnehmenden, wurden in der Studie auch ein Upside- und ein Downside-Szenario betrachtet. Ersteres sieht eine frühzeitige Lockerung der Beschränkungen, einen schnellen Aufschwung des Wirtschaftswachstums und begrenzte negative Stimmungseffekte vor.

Die Downside-Version prognostiziert, dass aufgrund der anhaltenden Verbreitung und der Auswirkungen des Virus einige zusätzliche Einschränkungen bis ins Jahr 2022 beibehalten werden. Dieses Szenario geht auch davon aus, dass sich das Format von Konferenzen und Meetings noch einige Jahre lang verändern wird, wobei viele Veranstaltungen weiterhin entweder vollständig virtuell oder hybrid stattfinden werden. Insbesondere das veränderte Besucher:innenverhalten in Bezug auf die virtuelle Teilnahme und die anhaltende Bedeutung von hybriden Setups bedeutet, dass der Weg zur Erholung der Eventbranche mit der Notwendigkeit verbunden ist, geeignete und innovative Produkte zu entwickeln, die die Teilnehmenden in Zukunft inspirieren und einbinden werden.

Die Annahmen der Studie wurden in Absprache mit den Mitgliedern der Strategic Alliance des National Convention Bureaux of Europe entwickelt und haben Erkenntnisse aus früheren Modellierungen und verschiedenen Umfragen zur Konsumentenstimmung einfließen lassen. Als Netzwerk nationaler Destinationsmarketing-Organisationen mit dem Ziel, Europas Position als führende Destination für internationale Business-Events zu stärken, sollen Initiativen wie der neue Bericht zum Wissenstransfer beitragen und den Mitgliedsländern wichtige Erkenntnisse liefern, um in herausfordernden Zeiten relevante Strategien und Dienstleistungen zu entwickeln.

>> Die gesamte Studie kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

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